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Inkontinenz kein Tabuthema

Etwa 4 Mio. Menschen in der Bundesrepublik Deutschland leiden an einer behandlungs- oder versorgungsbedürftigen Harninkontinenz. Obwohl es sich angesichts dieser großen Zahl von Betroffenen also keineswegs um „Einzelschicksale“ handelt, ist Inkontinenz auch heute noch ein Tabuthema

Die Fähigkeit, Harn und Stuhl willentlich zu entleeren, besitzt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Die Erziehung zur Kontinenz beginnt bereits im frühen Kindesalter. Deshalb sind viele Menschen von der Einstellung geprägt, dass nur der kontinente Mensch gesellschaftsfähig ist. Treten hier Probleme auf, so belasten sie das Selbstwertgefühl und führen häufig zu Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen.
Aus falschem Schamgefühl werden die Beschwerden verschwiegen und es findet oft ein Rückzug von den sozialen Kontakten statt. Schlimmstenfalls führt dies in eine Selbstisolation, obwohl die Inkontinenz zumeist geheilt, zumindest aber soweit gebessert werden kann, dass Betroffene wieder vorbehaltlos in das Familien- und Gesellschaftsleben integriert werden können.

Was ist Harn- oder Stuhlinkontinenz?

Inkontinenz bezeichnet das Unvermögen, Urin und/oder Stuhl willentlich zurückzuhalten und zu einem selbst gewählten Zeitpunkt an einem selbst gewählten Ort abzusetzen.
Häufig entwickelt sich die Inkontinenz zunächst als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung. Wenn jedoch keine Behandlung der auslösenden Krankheit eingeleitet wird,
kann sich die Inkontinenz ausweiten und evtl. nur noch schwer zu therapieren sein.

Deshalb ist es wichtig, sich schon bei den ersten Anzeichen seinem Arzt anzuvertrauen. Durch gezielte Fragen und Untersuchungen kann dieser feststellen, was die Ursache ist,
und ob die Grunderkrankung sowie die Inkontinenz behandelt oder zumindest gelindert werden kann.

Harninkontinenz tritt in allen Altersstufen auf, nimmt jedoch im Alter stark zu: 15 % der Frauen und 8 % der Männer, die das fünfundsechzigste Lebensjahr überschritten haben, können davon betroffen sein. Aber auch junge Menschen, insbesondere Frauen nach Schwangerschaften, können bereits unter einer vorübergehenden oder permanenten Harninkontinenz leiden.

Die Harninkontinenz

Unterschiedliche Erkrankungen und Veränderungen der körperlichen Situation können den unwillkürlichen Harnabgang herbeiführen. Medizinisch unterscheidet man folgende Formen der Harninkontinenz

Die Belastungs-Harninkontinenz

Hiervon sind vor allem Frauen betroffen. Die Stressinkontinenz ist die Folge eines situativen Versagens der Verschlussmuskeln am Blasenausgang. Ursache ist meist eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur, die vor allem nach Geburten auftreten kann.
Daneben können die Ursachen auch in einer Senkung der Gebärmutter, Östrogenmangel oder aber auch in einer allgemeinen Muskelschwäche liegen.

Charakteristisch für diese Inkontinenzform ist ein Urinverlust bei körperlichen Aktivitäten wie Husten, Niesen, Lachen oder schwerem Heben. Üblicherweise wird vorher kein Harndrang wahrgenommen.

Die Drang-Harninkontinenz

Die Dranginkontinenz betrifft vor allem ältere Menschen und ist die häufigste Form der Inkontinenz bei Männern. Die Ursachen sind vielfältig; hierzu zählen u. a. Irritationen der Blasenschleimhaut durch Infektionen, Abflussbehinderungen im Bereich des Schließmuskels, Blasensteine oder Tumore. Aber auch neurologische Erkrankungen, wie Schlaganfall, M. Parkinson oder die Alzheimer Krankheit können zu einer Dranginkontinenz führen. Schon bei geringer Füllung der Blase wird ein heftiger Harndrang verspürt, der durch eine zu starke Erregung der Blasenmuskulatur ausgelöst wird. Ein Zurückhalten des Urins bis zum Aufsuchen der Toilette ist oftmals nicht möglich, da nur unzureichend Impulse zur Hemmung der Blasenentleerung gesendet werden.

Die Mischinkontinenz

Belastungs- und Dranginkontinenz können auch zusammen auftreten. Bei Männern kann es nach einer Prostata-Operation zur Harninkontinenz kommen. Ursache dafür kann eine Verletzung des Schließmuskels oder die Überaktivität der Blase bzw. eine Blaseninstabilität sein.

Die Reflex-Harninkontinenz

Die Ursache kann in einer Unfallbedingten Schädigung des Rückenmarks, z. B. Querschnittlähmung oder einer Rückenmarkserkrankung liegen. Das Gehirn hat hierbei keine Möglichkeit, steuernd auf die Blasenentleerung einzuwirken. Die Blase entleert sich unkontrolliert, ohne einen wahrgenommenen Harndrang, wenn sie einen bestimmten Füllstand erreicht hat. Oftmals wird die Miktion über einen zufälligen Reiz, wie z. B. Husten ausgelöst. Der Harnfluss kann nicht willentlich unterbrochen werden.

Die Überlauf-Harninkontinenz

Als Überlauf-Harninkontinenz bezeichnet man den unkontrollierten Urinverlust bei voller Blase, ohne eine eigentliche Blasenentleerung auslösen zu können.
Die Überlaufinkontinenz kann durch eine Verengung des Blasenausgangs, z. b. bei Prostatavergrößerung, oder aber als Folge einer Insuffizienz des Schließmuskels entstehen. Eine Blasenüberdehnung sowie eine unzureichende Blasenkontraktion sind die Folge.
Bei maximaler Füllung „läuft die Blase über”, da der Blaseninnendruck den Widerstand der Verengung des Blasenausgangs übersteigt. Es geht Tröpfchenweise Urin nach außen ab, bis der Druck wieder ausgeglichen ist. Da sich die Harnblase nicht mehr vollständig entleeren kann, verbleibt ein Restharn in der Blase, der zu aufsteigenden Harnwegsinfekten und Schädigungen der Nieren führen kann.

Die extraurethrale Harninkontinenz

Bei dieser Inkontinenzform tritt ein Urinverlust außerhalb der Harnröhre auf. Ursachen sind zumeist angeborene Harnröhrenmissbildungen oder Fistelgänge, die sich aufgrund von Entzündungen oder als Folge einer Bestrahlung gebildet haben.

Die Stuhlinkontinenz

Medizinisch werden folgende Formen der Stuhlinkontinenz unterschieden:

Die obstipationsbedingte Stuhlinkontinenz

Diese Form der Stuhlinkontinenz wird auch als „paradoxe Diarrhö“ bezeichnet. Nach außen hin scheint es, als ob der oder die Betroffene an Durchfall leidet, tatsächlich ist es aber so, dass der Darm voller Stuhl ist und sich oft schon Stuhlsteine im Enddarm gebildet haben. Der Enddarm versucht nun die Stuhlsteine mit einer vermehrten Schleimproduktion aufzuweichen. Der Darmschleim ist jedoch nicht in der Lage den Stuhlstein vollständig zu verflüssigen, nur ein Teil des Kots wird dünnflüssig über den Enddarm ausgeschieden.

Ursächlich hierfür ist oft mangelnde Mobilität, ballaststoffarme Ernährung und zu geringe Flüssigkeitszufuhr.

Die symptomatische Stuhlinkontinenz

Diese Stuhlinkontinenzform kann eine Folge von verdorbenen Lebensmitteln sein. Auch die Einnahme von Medikamenten (Antibiotika, Eisenpräparate, u. ä.) oder Erkrankungen (Schilddrüsenüberfunktion, u. ä.) kommen in Frage. Das Gehirn ist nicht mehr in der Lage, den vermehrten Stuhldrang zu kontrollieren.

Die neurologische Stuhlinkontinenz

Die Ursache hierfür liegt in einer fehlenden nervalen Verbindung zwischen Gehirn und Rückenmark. Verletzungen des Rückenmarks oder auch cerebrale Erkrankungen können der Auslöser sein. Ohne die Wahrnehmung eines Stuhldrangs kann das Gehirn nicht steuernd eingreifen und der Darm entleert sich automatisch über einen Rückenmarkreflex



Wir danken der Firma B|Braun die uns diesen Artikel zur Verfügung gestellt hat.

Fachwissen Inkontinenz
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